Alle paar Monate wage ich mich bei Mondschein, Insektenplage und Baby Schreien auf eine Reise, welche bisher bei jedem Versuch in die Geschichte einging, – immer als eine der Weinproben ever. War die letze eine Ausnahme? Nope.
Als Weinprobe performte dieser frivole Treff zweier Freunde mit unter nicht so gut, wie er es hätte gekonnt. Es gab dieses Mal alles und nichts, von Tement und Schloss Eltz (truly a wine) ging es über unbekannte Burgunder bis hin zu überreifem und untrinkbarem Klaus Peter Keller. Wilder stuff war es. Dazu mehr im nächsten Post, jetzt erst mal zum wesentlichen.
Alles fing an wie ein scheußlicher Albtraum, mit der Fahrt über Kreuz Leverkusen. Ich habe Dinge gesehen, Dinge die ich nicht verstehe und nicht beschreiben kann. Autos in Flammen vor der Schulter des Orion. Ok ok, bisschen übertrieben, aber diese Schande einer Straßenführung vermeide ich wann immer ich kann, und wenn ich doch durch diesen überfüllten Kummerkasten einer Autobahnabfahrt fahren muss, dann ist der natürlich auch immer voll. Irgendwann kommt man aber immer am Ziel an, weswegen ich einige Minuten später schon in der Kölner Innenstadt durch Schikanen von Baustellen und komisch platzierten Fahrradwegen schlitterte. Ganz ohne Scheiß, eine schlechtere Straßenführung habe ich noch nicht gesehen.
Genug aber mit den Aufregereien über den Straßenverkehr und Dinge die gar nichts mit dem Thema des Trips zu tun haben. Eigentlich geht es ja um Wein, weshalb mein Homie und ich uns auf den Weg zu einem, mehr oder weniger, Küchenstudio gemacht haben. Es kann sein, dass es genau so gut ein Gläsergeschäft war, aber das juckt nicht. Wir wollten zwei paar Gläser mit bekannter Form einer renomierten Glashütte kaufen, welche eventuell für eine vollkommen zufällige Formähnlichkeit verklagt wurde, man munkelt man habe sich in Kufstein inspirieren lassen. Darauf hin wurden wir regelrecht zur Weinprobe gezwungen:
-„Sie wollen ~Zalto~ Gläser kaufen? Was trinken sie denn daraus?“
-„Ja, also wahrscheinlich so Spätburgunder und so, sind ja Burgunder Gläser, nech wahr.“
-„Nein, also ganz und gar nicht, da empfehle ich Ihnen natürlich nur das Glas X-Y-Z aus dem Hause ~Riedel~.“ (Natürlich die Handgeschmiedete Variante aus Kufstein, für 85€. Der Mann war Kaufmann)
Wer zu einer Weinprobe im Küchenstudio nein sagt, hat sich noch nicht genug Gedanken über die wirklich wichtigen Dinge im Leben gemacht. Wein, vor allem für Umme, schlägt man nicht einfach so aus. Vor allem wenn der gute Herr Küchenstudio einen Pinot Noir Imperiale made by Von Winning aus seinem Weinschrank kramt aufreißt und auf den Tisch stellt. Den habe ich gefeiert wie Gender Reveal Parties und Dothrakische Hochzeiten. Natürlich habe ich mir keine Notizen gemacht, kann ihn auch gar nicht aus meinem Gedächtnis abrufen, aber ich hatte so etwas sehr schönes rauchiges und rotfruchtiges in Erinnerung. Ein äußerst guter Wein, nice.
Aber halt, da ist mehr! Der werte Herr Küchenstudio ging so seinen Weg und erzählte vor sich hin, viele Dinge die mich genauso unberührt ließen wie Taylor Swifts 28ste Version des wieder gleichen Albums ‚Aber jetzt mit Instrumental‘. Es kam zum Thema Primitivo, mein größter Erzfreind, weshalb wir im Folgenden eine Flasche serviert bekamen, welche ich stolz verkünden kann als der beste Primitivo, den ich je getrunken habe (Do not count Zin). Die Gläser dazu waren aus der Superleggero Serie von Riedel, eine neue Aufbereitung der altbekannten Sommeliers Serie aus den good old times von Georg Riedel. Ich sei verdammt wenn ich mich an die vorgesehene Rebsorte erinnern sollte, aber das Glas war so klein, dass man mit einem ISO Glas schon besser hätte verkosten können. Schund.
Die Weine waren beide äußerst gut, ein schönes, zufälliges Event war es… Aber halt, da ist mehr! Mitten in der Weinprobe stattete uns ein Weinhändler aus der Kölner Gegend einen Besuch ab, und er hatte babbomäßig einen Kofferraum voll Wein dabei. Ab diesem Punkt wird die Erinnerung aber tatsächlich echt schwammig. Ich kann lediglich einen der Weine rezitieren, einer der Chardonnays der Kellerei Eppan, Barrique gereift mit 270% neuem Holz, gefühlte 30° Temperatur im Glas und einer Nase die mich an geschmierte Butterbrote von Mutter erinnert (Erinnerungen darf man sich ausdenken okay?!). Richtig akzeptabler Wein, aber ein wirklich interessantes Happening, mit sehr interessanten neuen Leuten und scheußlich interessanten Ideen über Wein und was Gläser eigentlich ausmacht. Das war geil.
Nach der Weinprobe ging es dann angebläut und durchweicht zu Five Guys, mein Debutbesuch wenn man so will. Mit Sicherheit das beste Fast Food was ich bisher hatte.
Cheers to that.