Nach Urzeiten, Gezeiten und Fehlzeiten komme ich endlich wieder dazu einen Post zu verfassen und zu versuchen meine Quote von 1-Mal-pro-Woche irgendwie wiederherzustellen. Ich prognostiziere mal vorsichtig, dass das sowieso nur so gut klappen wird wie eine Rakete mit Marienkäfern zum Mond zu bringen. Nimmt irgendwer Wetten an? Ich wette 250€ drauf, das ist quasi mein gesammtes Ersparnis.
Naja. Geld, Moneten, Zaster, Knete und Mäuse sind ja nicht alles im Leben, man muss auch ohne klar kommen. Und genau darum soll es in diesem Post gehen: wie man für minimales Geld trotzdem maximal viel Saufen kann; ein Tutorial. Bitte haltet mich nicht für einen möchtegern Finanzberater der eure Weinausgaben einsparen möchte, ich bin nämlich immer noch möchtegern Weinberater, der eure Weinausgaben tendenziell erhöhen wird. Kleines Heads up.
Ich war auf der Prowein. Fleißige Instagram Follower werden schon gelesen haben, wie bombastisch diese Messe für mich dieses Jahr gescheitert ist, aber dass ich das Gesamtbild trotzdem maximal als ‚Erfolgreich Gescheitert‘ betitelt habe. Ja erfolgreich gescheitert, ich habe nämlich ordentlich einkassiert bei den Winzern. Bisher habe ich meinen Weinkeller um SECHZEHN Flaschen bereichern können, von 4 Winzern.
Vor dreieinhalb Jahren, als ich mit Wein angefangen habe, hätte ich mir noch nicht erträumt, dass ich irgendwann solche Werte zugespült bekomme. Ich war regelrecht schockiert, als es letztes Jahr im November hieß, dass Kevin Rüdlin mir Weine zukommen lassen wollen würde. Ein echter Winzer? Mit Wein? Für Mich? Und das einfach so? So unglaublich das auch klingen mag (und immer noch ist), so schnell vergisst man diese Dinge auch wieder. In den sieben und ein paar zerquetschten Monaten, die ich meine Texte jetzt auf Deutsch aus meiner Schädeldecke kratze, habe ich von fünf Winzern Wein bekommen. Zweiundzwanzig Flaschen von fünf Winzern! Lasst euch das auf der Zunge zergehen.
- Kevin Rüdlin (Baden)
- Hundred Hills (Oxford)
- Weingut Bernhard (Pfalz)
- Matthias Müller (Mittelrhein)
- Weingüter Wegeler (Mosel+Rheingau)
Klar hat man mal schlechte Tage an denen man eher daran denken will, wie ulkig, traurig, peinlich und regelrecht bösartig die Welt gerade ist, Tage an denen ich denke, dass die Leute sich nicht für mich interessieren, dass keiner was von mir wissen will, dass mich alle hassen (vor allem Winzer denen man E-Mails schreibt), und dass man nie irgendwas erreichen wird. Doch schau, was habe ich in diesen 7,5 Monaten alles geschafft? Vor drei Jahren war ich nicht mal der Meinung, dass ich irgendwann eine Website habe, oder ansatzweise in eine Richtung gehe, wo ich Erfolg oder gar eine berufliche Perspektive mit meiner Leidenschaft haben könnte. Diese Leidenschaft ist übrigens sowohl der Wein, als auch die Literatur.
Und warum das ganze? Angeblich weil mich die Leute cool finden und meine Meinung wissen wollen. What an Honor, danke… Na gut wenn ich ehrlich bin wurde mir nur von einem der fünf genannten Winzer das Angebot gemacht, bei den anderen habe ich auf der Prowein so dreist gefragt, als würde ich mir Tupperdosen mit zum Frühstücksbuffet im Hotel nehmen. Aber danach kam immer genau das: Leute wollen meine Meinung. Naja fast immer.
Tja danke. Ich kann es zwar immer noch nicht so richtig glauben, aber ich scheine auf einem sehr adequaten Weg in der Weinwelt zu sein. Noch nie hat sich eine meiner Leidenschaften so sehr ausgezahlt, wie diese. Danke an alle, danke für alles. <3